Bildnis des Malers mit seiner Familie

Johann Baptist Hauttmann

Bildnis des Malers mit seiner Familie
Bildnis des Malers mit seiner Familie
um 1815
Öl auf Leinwand
76 x 95
Vermächtnis Minna Hauttmann 1887

Beschreibung

Das sechsköpfige Gruppenporträt von Johann Baptist Hauttmann ist ein Familienbild. Hauttmann malte sich, seine Frau sowie die beiden Söhne und Töchter. Zugleich ist das Gemälde aber auch ein Historienbild, denn es thematisiert ein wichtiges historisches Ereignis. Hauttmann Junior (vierter von links), zur Entstehungszeit des Gemäldes bei seinem Vater in der Ausbildung zum Maler, legt den Zeichenstift mit lockerer Hand auf dem Tisch ab und hält bereits mit festem Griff die Waffe (einen Hirschfänger) in seiner Linken. Er demonstriert: Ich bin nun kein Maler mehr sondern Soldat. Er trägt die Uniform der Lübecker Jäger, des Freiwilligenverbands der sogenannten Hanseatischen Legion. Das Gemälde ist ein Erinnerungsbild an die bewegenden historischen Ereignisse des Jahres 1815, als auch die drei Hansestädte Bremen, Hamburg und Lübeck neuerlich zum Kampf gegen Napoleon ihre Freiwilligen mobilisierten.
Hauttmann hält in seinem Familienbild die Szene des Aufbruchs fest. Sie findet im Atelier der Künstlerfamilie statt, an dessen Rückwand ein Gemälde zu erkennen ist. Auf dieser auf den ersten Blick harmlosen Amorettenszene haben die Putti nun allerding die Waffen ergriffen und ziehen mit Fahne, Lanze und Dreizack in den Kampf. Ziel ihres Angriffs ist der hinter einem Hügel liegende dreiköpfige Drache, Symbol für Napoleon bzw. die Franzosen. Ein Putto mit preußischem Adler am Hut bohrt ihm bereits die Lanze in den Leib, während im Hintergrund die Lübecker, symbolisiert durch eine Standarte mit Doppeladler sowie die Fahne der Hanseatischen Legion, zu spät kommen. Als Hauttmann jr. mit der 2. Lübecker Jäger-Kompanie am 30. Juli Brüssel erreicht, ist die Schlacht von Waterloo bereits geschlagen. Sohn Hauttmann kehrt im Dezember 1815 unversehrt nach Lübeck in den Kreis der Familie zurück.

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