Selbstbildnis zwischen Julius Oldach und Erwin Speckter

Carl Julius Milde

Selbstbildnis zwischen Julius Oldach und Erwin Speckter
Selbstbildnis zwischen Julius Oldach und Erwin Speckter
1826
Öl auf Holz
32,8 x 44,9
1926 aus der Stadtbibliothek erhalten

Beschreibung

Mildes Dreierbildnis ist ein romantisches Freundschaftsbild, das die Malweisen altdeutscher und -italienischer Künstler nachvollzieht und sich zugleich in die nazarenische Schule des Lübeckers Johann Friedrich Overbeck einfügt. Das gegenseitige Porträtzeichnen war damals unter befreundeten Künstlern Mode. Schon 1824 hatte sich Milde mit seinen Dresdner Studienkollegen hintereinander gestaffelt abgebildet. Die symmetrische Anordnung der Porträts auf unserem Bild wiederholte bekannte Muster, etwa die drei Porträtköpfe aus Memlings Passionsaltar (St. Annen-Museum), die Milde 1823 abgezeichnet hatte.
Die drei ungefähr Gleichaltrigen (Milde 22, Julius Oldach 21 und Erwin Speckter 19) waren in Hamburg innigste Freunde gewesen. Oldach ging im August 1824 als Erster an die Münchner Kunstakademie, ein Jahr später folgten Milde und Speckter. Dort kam es aber bald zu ernsten Störungen der Freundschaft. Erwins geniale Natur passte nicht mehr zur Sanftheit Mildes, und der „grimmige Oldach“ war so finster und launisch, dass kaum mit ihm auszukommen war. Die ernsthaften Mienen der Dargestellten waren also nicht bloß „nazarenische Stilisierung“, sondern Abbild der Realität. Anfang März 1826 wurde das Bild nach Hamburg zur ersten Ausstellung des Kunstvereins geschickt. Am 29.5.1826 schrieb Erwin Speckter an Milde: „Dein Bild, die 3 Portraits von uns, hat Rumohr, Chateauneuf u den Leuten in unserem Hause nicht sehr gefallen, sonst ganz Hamburg zum Aerger gedient.“







Vergleich

Carl Julius Milde: Detailkopie aus dem Memlingaltar, drei Porträtköpfe unter dem Kreuz des guten Schächers, 1823

Vorbild für die Anordnung der drei Porträts der jungen Künstlerfreunde dürfte ein Detail aus Memlings Passionsaltar (heute im St. Annen-Museum) gewesen sein, das Milde 1823 abzeichnete. Wen diese drei "vorbildlichen" Porträtköpfe unter dem Kreuz des guten Schächers darstellen, ließ sich bislang nicht klären.

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