Bildnis Dr. Friedrich Bonhoff

Albert Aereboe

Bildnis Dr. Friedrich Bonhoff
Bildnis Dr. Friedrich Bonhoff
1924
Öl auf Leinwand auf Holz
50 x 39,4
1970 aus Privatbesitz erworben

Beschreibung

Was mögen die aufgespreizten Finger zum Ausdruck bringen, was der lauernde
Blick? Wird so ein Abstand zum Betrachter geschaffen oder sind gerade diese
Gesten die Widerhaken, die den Betrachter ins Bild ziehen?
Seit 1924 pflegte Albert Aereboe einen gegenständlichen, an der Neuen Sachlichkeit orientierten Stil. Das Porträt des Hamburger Medizinalrats Dr. Friedrich Bonhoff gehört dazu. Er war ein Förderer junger Künstler und gehörte zu den Sammlern der Werke von Aereboe. Wenn sich auch der Stil neusachlichen Einflüssen verdankt, so hat Aereboe sein Monogramm doch demjenigen des Renaissancemeisters Albrecht Dürer angeglichen und es exakt unterhalb der Hände Bonhoffs positioniert, die Dürers „Betende Hände“ unter Spannung setzen und zitieren mögen. Die Nahaufnahme des Porträtierten, direkt vor den Hintergrund geschoben – unter Verzicht auf eine mittlere Ebene –, zeigt auch die Materialität mit mikroskopischer Genauigkeit: Gewebe, Haut, Haar, Holz, Metall sind mit den Mitteln der Malerei zeichnerisch präzise wiedergegeben. Eng in seinem Studiolo eingehaust wird Bonhoff vor seinen Attributen präsentiert: Mikroskop und Bücherschrank.

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