Bildnis Elsbet Götz

Max Beckmann

Bildnis Elsbet Götz
Bildnis Elsbet Götz
1924
Öl auf Leinwand
95,5 x 35,8
1967 im Kunsthandel erworben

Beschreibung

Elsbet Flora Götz (geboren 1901 in Hamburg) heißt die Frau im grünen Kleid, die Max Beckmann im Frühjahr 1924 in Frankfurt porträtierte. Elsbets Bruder Oswald Götz war dort seit 1921 Assistent von Museumsdirektor Georg Swarzenski Der Familie hat das beeindruckende Porträt missfallen: Man habe Elsbet stets ohne die im Bild mitschwingende Melancholie erlebt. Beckmann scheint dies anders wahrgenommen zu haben. Er zeigt Elsbet Götz mit großen, melancholischen Augen, fest ineinander verhakten Fingern und in einem schmalen, einengenden Bildformat. Sie erscheint weich und warm, voller Duft und gefasster Strenge, dem Leben zugewandt und gleichzeitig distanziert.
Die aus einer jüdischen Familie stammende Elsbet Götz muss ihren Beruf als Kindergärtnerin nach der Machtergreifung 1933 aufgeben. 1939 wird ihr Vermögen eingezogen. Sie muss Zwangsarbeit leisten. 1942 werden Elsbet und ihre Mutter Friederike Götz, derentwegen sie die Emigration ablehnt, ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Im Oktober 1944 wird sie in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet.


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