Massai-Krieger

Fritz Behn

Massai-Krieger
Massai-Krieger
um 1910
Bronze
65 x 26 x 26
Aus dem Museum am Dom übernommen

Beschreibung

Fritz Behn war 1893 fünfzehnjährig mit seiner Familie nach Lübeck gezogen, wo er das Katharineum besuchte. Ab 1898 studierte er Bildhauerei in München, zu Beginn des 20. Jahrhunderts feierte er erste künstlerische Erfolge. Statt jedoch weiterhin in der Münchner Glyptothek antike Plastik zu studieren, wandte sich Behn dem Naturstudium außerhalb europäischer Traditionen zu und reiste 1907/08 und 1909/10 nach Ostafrika. Neben Skizzen fertigte er auch Gipsabgüsse erlegter Tiere an. Als Beispiel des konsequenten Arbeitens nach der Natur erscheint auch die Aktfigur des Massai-Kriegers. Statt im klassischen Kontrapost ist die Figur in durchweg „uneuropäischer“ Haltung, auf einem Bein stehend, den linken Fuß aufs rechte Knie gelegt, wiedergegeben. In solcher Darstellung moderner Bewegungsmotive zeigt Behns Werk durchaus Parallelen zur avantgardistischen Moderne im 20. Jahrhundert. Seine im Zuge der Afrikareisen entstandenen Tier- und Aktfiguren spiegeln neben künstlerischer Innovation jedoch auch die koloniale Rassenideologie seiner Zeit.

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