Weiblicher Torso
Karl Albiker
Beschreibung
Nach seiner Ausbildung an der Karlsruher Akademie ging Karl Albiker nach Paris, wo er Auguste Rodin und dessen Werk kennenlernte. Rodins lebendig gearbeitete Oberflächen mit sichtbaren Arbeitsspuren lassen sich auch im Weiblichen Torso Albikers wiederfinden. Trotz der nur angedeuteten Gliedmaßen ist die Köperbewegung der Figur erkennbar – die Schultern sind in verschiedene Richtungen ausgerichtet und die Beine stehen in einem angedeuteten Kontrapost. Der nur zur Hälfte ausgearbeitete Kopf und die damit fehlenden, sonst Ausdruck verleihenden Augen bauen eine gewisse Spannung auf.
Wie Wilhelm Lehmbrucks Stehender weiblicher Akt erhielt 1928 auch Albikers Weiblicher Torso zunächst „probeweise“ in der Behnhausdiele neben der Treppe seinen Platz. Der damalige Museumsdirektor Carl Georg Heise schrieb dazu: Der „links aufgestellte Torso von Albiker kommt gerade an dieser Stelle künstlerisch besonders gut zu seinem Recht“.