Überfahrt am Schreckenstein

Ludwig Richter

Überfahrt am Schreckenstein
Überfahrt am Schreckenstein
vor 1836
Bleistift
40,7 x 75,5
Leihgabe des Vereins der Freunde der Museen, Geschenk aus der Sammlung Dräger/Stubbe

Beschreibung

Die Zeichnung zum 1837 vollendeten Gemälde „Überfahrt am Schreckenstein“ ist ganz der figürlichen Komposition gewidmet. Mit feinem Bleistift hat Richter die Figuren angelegt, für die er zum Teil auf ältere Studien zurückgriff. Diese Einzelstudien hat Richter für das Gemälde in einen neuen Zusammenhang gebracht. Der mit Figuren besetzte Kahn ist eine Allegorie der Lebensalter. Der alte Harfner verkörpert dabei das poetische Prinzip, dem sich die Sehnsüchte der einzelnen Mitfahrenden verknüpfen: der in Melancholie versunkene junge Mann vor ihm; der sehnsuchtsvoll zur Burg Schreckenstein als Ort historischer Vergangenheit emporblickende Wanderbursche; das in trauter Zweisamkeit versunkene Brautpaar; das junge Mädchen, das in Vorahnung eigenen Liebesglücks das Brautpaar betrachtet; das träumerisch in das Wasser blickende Kind, das einen symbolisch aufgeladenen Zweig in die Fluten senkt. Der alte Schiffer rechts blickt in die Ferne und hält das Geschehen in Bewegung, wobei unklar bleibt, in welche Richtung sich der Kahn eigentlich bewegt. Richter kam es auf die symbolische Auffassung von der Schifffahrt als Sinnbild des ganzen menschlichen Lebens an, das niemals linear und auf ein Ziel hin verläuft. Nicht das Erreichen eines bestimmten Ufers, sondern das Treiben auf dem Strom des Lebens ist die große Metapher, die Richters Komposition zugrunde liegt.

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