Straßenbahn und Eisenbahn

Ernst Ludwig Kirchner

Straßenbahn und Eisenbahn
Straßenbahn und Eisenbahn
1914
Öl auf Leinwand
71 x 81
Geschenk der Possehl-Stiftung anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens 1971

Beschreibung

Kirchner hielt in seinem Gemälde „Straßenbahn und Eisenbahn“ den Blick aus seinem Steglitzer Atelier fest. Von seinem Fenster im fünften Stock aus sah Kirchner die Friedenauer Brücke, auf der damals eine Straßenbahn verkehrte. Die Kreuzung mit der darunter fahrenden Eisenbahnlinie veranschaulicht den modernen Großstadtverkehr, den Kirchner, da er auf figürliche Staffage verzichtete, vor allem in seiner technischen Dimension zeigt. Die vorherrschenden Diagonalen – schräg gesehene Häuserfronten und Verkehrswege – verdeutlichen das Ausschnitthafte ebenso wie die mit großstädtischem Leben verbundene Dynamik.

1914, im Jahr der Entstehung des Bildes, hatte Kirchner den Sommer auf Fehmarn verbracht und dort zahlreiche Landschaftsbilder gemalt. Bezeichnenderweise ist das Fragment einer Landschaft auf der Rückseite des Gemälde zu sehen (Vergleich). Kirchner nutzte die Leinwand also, verwarf die Landschaft und wandte sich stattdessen dem Motiv der modernen Großstadt zu.

Vergleich


Ein Blick auf die Rückseite des Gemäldes zeigt: Kirchner bewegte sich um 1914 in seinen Bildmotive weg von der Landschaft hin zur Stadt. Eine wohl im Sommer 1914 auf Fehmarn gemalte Landschaft verwarf er und malte auf die andere Seite der Leinwand seine Großstadtszene.

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