Beschreibung

Zwischen 1894 und 1897 malte Munch insgesamt fünf Gemäldeversionen seiner nackten, sich räkelnden, als Halbfigur gezeigten Frauengestalt, die er bereits 1895 in einer Druckversion zu Papier brachte. Die Silhouette der Dargestellten ist im Hintergrund mehrfach wiederholt, wodurch einerseits das Wallen ihres Haars gesteigert scheint. Andererseits erinnert die in rot wiederholte Wölbung ihres Kopfes an einen Heiligenschein. Die Verklärung der Frau zur Heiligen spiegelt sich im Titel „Madonna“ wieder. Die nackte, laszive Haltung ist jedoch alles andere als madonnengleich. Munchs Madonna lässt auch vielmehr an die „Femme Fatal“ des ausgehenden 19. Jahrhunderts denken. Als solche war sie wohl auch für die Gemäldeserie „Lebensfries“ gedacht, die mit den Themen „Keimen der Liebe“, „Blühen und Vergehen der Liebe“, „Lebensangst“ und „Tod“ eine „Dichtung über Leben, Liebe und Tod“ bilden sollte.

Vergleich


Nur etwa 50 Jahre liegen zwischen den Madonnenbildern von Johann Friedrich Overbeck und Edvard Munch und doch zeigt sich in ihnen eine komplett andere Auffassung dieses traditionellen Bildmotivs.

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