Die Ruinen des St. Johannisklosters in Hamburg

Martin Gensler

Die Ruinen des St. Johannisklosters in Hamburg
Die Ruinen des St. Johannisklosters in Hamburg
1839
Aquarell über Bleistift
45,8 x 57,7
Geschenk aus der Sammlung Dräger Stubbe 2002

Beschreibung

Die mittelalterliche Ruine, die Martin Gensler 1839 in diesem großformatigen Aquarell malte, fand er nicht auf einer im Geiste der Romantik unternommenen Wanderung. Sie stand mitten in der Hamburger Innenstadt – dort, wo sich heute das Rathaus bzw. der Rathausmarkt befinden. Gensler dokumentiert darin den seit Beginn des Jahrhunderts bewusst vollzogenen Abriss der Hamburger Altstadt. Das 1236 gegründete Kloster war im Zuge der Reformation 1529 aufgelöst worden. Es beherbergte seither u. a. die von Johannes Bugenhagen gegründete Gelehrtenschule des Johanneums. Der zunehmende Verfall des Klostergebäudes führte ab 1837 schließlich zu seinem Abbruch.

Sachlich und mit dem geschulten Blick des Bauforschers dokumentierte Gensler die wesentlichen baulichen Details so, wie er sie vor Augen hatte. Entsprechend ist das Aquarell auf den Tag genau datiert und mit „1839 / 20. Juni“ bezeichnet. Zu diesem Zeitpunkt scheint der Abbruch des Klosters allerdings ins Stocken geraten zu sein und die verbliebene Architektur wurde von der Natur bereits überwachsen. Dadurch erhält die Ruine eine geradezu romantische Anmutung. 

Zwischen exakter Dokumentation des Abbruchs einerseits – einem biedermeierlichen Realismus – und poetischer Ruinenromantik andererseits bewegt sich dieses künstlerische Zeitdokument.

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