Sommer

Lovis Corinth

Sommer
Sommer
1905
Öl auf Leinwand
58,2 x 56,2
1958 aus Schweizer Privatbesitz erworben

Beschreibung

Lovis Corinth hatte zunächst an der Akademie in Königsberg studiert, dann in München, wo er sich ebenso wie später in Berlin der Sezession anschloss. In Berlin eröffnete er 1901 eine Malschule und heiratete 1904 seine erste Schülerin, die über zwanzig Jahre jüngere Charlotte Berend. Sie wurde sein wichtigstes Modell. Auch im Gemälde „Sommer“ ist sie dargestellt. Charlotte trägt einen mit Rosen geschmückten Hut, ihr Oberkörper ist lediglich an Armen und Brust von einem feinen Stoff umhüllt und erscheint beinah als Akt. Sie blickt den Betrachter direkt an. Blick und Nacktheit ihres Oberkörpers lassen das Porträt sehr intim erscheinen, wohingegen der reich geschmückte Hut repräsentativ wirkt. Das Gemälde ist einerseits privates Porträt einer geliebten Person und andererseits Sinnbild des in Fülle und Überschwang erscheinenden Sommers. Die Verbindung solcher Gegensätze zeichnet die Kunst Corinths aus. Das Vorbild altniederländischer Porträts etwa eines Frans Hals wird im Gemälde „Sommer“ ebenso ersichtlich wie das der modernen französischen Malerei. Corinth wählte kraftvolle Farben, die er pastos und mit deutlich erkennbarem Pinselstrich auf die Leinwand brachte.

Audio

Ihr Browser ist veraltet und eine Audiowiedergabe ist leider nicht möglich.

Thematisch passende Werke